Bei der Auswahl von Schweißstäben geht es nicht einfach nur darum, eine bekannte Elektrodennummer zu finden. Die richtige Wahl hängt vom Grundwerkstoff, dem Schweißverfahren, der Materialstärke, der Verbindungsausführung, der Schweißposition, der Stromquelle und den Einsatzbedingungen des fertigen Bauteils ab.
Für Baustahl, Edelstahl, Gusseisen, Aluminium und Verbindungen aus unterschiedlichen Metallen gelten unterschiedliche Auswahlkriterien. Ein Schweißdraht mag sich hervorragend für eine einfache Stahlreparatur eignen. Derselbe Schweißdraht könnte jedoch für ein korrosionsbeständiges Edelstahlbauteil ungeeignet sein. Auch bei einem rissanfälligen Gussteil könnte er versagen.

Die folgende Tabelle bietet einen praktischen Anhaltspunkt.
| Grundwerkstoff | Typische Richtung des Schweißzusatzes | Wichtigste Auswahlkriterien |
| Weich- oder Kohlenstoffstahl | Mit Kohlenstoffstahl ummantelte Elektrode, WIG-Stab oder MIG/MAG-Draht | Welche Anforderungen an Festigkeit, Einbringtiefe, Lage und Oberflächenbeschaffenheit bestehen? |
| Edelstahl | Güte-kompatibler Edelstahl-Zusatzwerkstoff | Um welche Edelstahlsorte und welche Korrosionsumgebung handelt es sich? |
| Gusseisen | Spezialelektrode oder -zusatzwerkstoff für Gusseisen | Um welche Art von Guss handelt es sich, und wie anfällig ist die Reparaturstelle für Rissbildung? |
| Aluminium | In der Regel wird ein für die Legierung geeigneter WIG-Schweißstab oder MIG-Draht gewählt | Welche Legierung, welche Dicke und welches Schweißverfahren werden verwendet? |
| Unvereinbare Werkstoffe | Der Zusatzwerkstoff wird sowohl für die Grundmetalle als auch für die Einsatzbedingungen ausgewählt | Wie wirken sich Verdünnung, Korrosion und Wärmeausdehnung auf die Verbindung aus? |
Diese Tabelle sollte als Auswahlhilfe dienen und nicht als Ersatz für ein Datenblatt zum Schweißzusatzwerkstoff, ein zugelassenes Schweißverfahren oder anwendungsspezifische Anforderungen.
1. Was bedeutet „Schweißdraht“? Stabelektroden vs. WIG-Schweißdrähte
Im Arbeitsalltag wird der Begriff „Schweißstab“ oft sehr allgemein verwendet. Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden, müssen Sie wissen, welches Schweißverfahren genau zum Einsatz kommt.
Stabelektroden, WIG-Zusatzstäbe und MIG/MAG-Draht
Beim MMA- oder Stabelektrodenschweißen fungiert der Schweißstab als ummantelte Elektrode. Diese Elektrode leitet den Strom und zündet den Lichtbogen. Sie fügt der Schweißnaht Schweißzusatzwerkstoff hinzu. Gleichzeitig trägt ihre äußere Ummantelung dazu bei, den Lichtbogen stabil zu halten, und liefert Schutzgas.
Beim WIG-Schweißen schmilzt die Wolframelektrode in der Regel nicht in das Schweißgut ein. Das Schweißgut fügen Sie separat mit einem WIG-Schweißdraht hinzu. Aus diesem Grund sollten Sie eine WIG-Wolframelektrode und einen WIG-Schweißdraht niemals als genau dasselbe betrachten.
Beim MIG/MAG-Schweißen wird anstelle einzelner Stäbe ein kontinuierlich zugeführter Draht verwendet.
| Begriff | Typischer Prozess | Wird es zu Zusatzwerkstoff? | Wie wird es zugeführt? |
| Umhüllte Elektrode | MMA / Stabelektrode | Ja | Einzeln beschichtete Stäbe |
| WIG-Schweißdraht | WIG | Ja | Gerade Schweißstäbe |
| Wolframelektrode | WIG | Normalerweise nein | Einzelne Wolframelektroden |
| Schweißdraht | MIG/MAG | Ja | Endlosdraht von der Spule |
Leser, die verschiedene Zusatzwerkstoffe vergleichen möchten, können daher mit dem jeweiligen Verfahren beginnen: Stabelektroden, WIG-Schweißstäbe oder MIG/MAG-Schweißdraht.
So interpretieren Sie die Klassifizierungen von Schweißstäben, ohne die Normen zu verwechseln
Elektrodenklassifizierungen helfen Ihnen dabei, wichtige Eigenschaften zu erkennen. Die Nummer allein beantwortet jedoch nicht jede einzelne Frage bei der Auswahl.
In englischsprachigen Schweißhandbüchern werden häufig Nummern im AWS-Format wie E6013 oder E7018 verwendet. In Deutschland und auf dem europäischen Markt im weiteren Sinne finden Anwender möglicherweise auch Klassifizierungen nach EN- oder ISO- . Sie sollten nicht davon ausgehen, dass sich diese Systeme Zeichen für Zeichen perfekt übersetzen lassen.
Beispielsweise kann ein Produkt mit der Bezeichnung E6013 auch eine europäische Klassifizierung aufweisen. Dennoch hängt die richtige Wahl weiterhin von den Herstellerangaben ab. Sie hängt außerdem vom jeweiligen Schweißverfahren, dem Grundwerkstoff, den Anforderungen an die Verbindung und den täglichen Betriebsbedingungen ab.
Die Grundregel bleibt einfach: Nutzen Sie die Klassifizierung, um Ihre Auswahl einzugrenzen. Prüfen Sie anschließend, für welche Schweißarbeiten die Elektrode ausgelegt ist. Überprüfen Sie den empfohlenen Strombereich und die geeignete Polarität. Vergewissern Sie sich schließlich über die zulässigen Schweißpositionen und eventuelle besondere Lagerungsanforderungen.
2. Welche Schweißstäbe eignen sich für verschiedene Metalle?
Die Metallbestimmung sollte vor der Auswahl des Schweißstabs erfolgen. Zwei Werkstücke, die ähnlich aussehen, erfordern möglicherweise unterschiedliche Schweißzusätze, da sich ihre chemische Zusammensetzung, Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit oder ihr Rissverhalten unterscheiden.
Schweißstäbe für Weich- und Kohlenstoffstahl
Weich- und Kohlenstoffstähle gehören zu den gängigsten Werkstoffen für das MMA-Schweißen. Viele Menschen verbinden Allzweck-Rutilelektroden wie E6013 mit allgemeinen Fertigungs-, Wartungs- und Reparaturaufgaben. Diese Stäbe sind jedoch nicht für jede einzelne Stahlverbindung die perfekte Lösung.
Bevor Sie sich für einen Stahlschweißstab entscheiden, prüfen Sie:
- die Stahlsorte, sofern bekannt;
- die Blech- oder Profilstärke;
- die Schweißlage;
- die Nahtvorbereitung;
- die erforderliche Einbringtiefe;
- Oberflächenbeschaffenheit;
- ob es sich um eine Zier-, Allzweck-, tragende oder verfahrensgesteuerte Schweißnaht handelt.
Eine saubere Kehlnaht in der Werkstatt und eine Reparatur an verrostetem Stahl im Außenbereich können sehr unterschiedliche Anforderungen an die Elektrode stellen.
Bei Konstruktionsarbeiten, stark eingespannten Bauteilen oder verfahrensgeregelten Arbeiten sollte die Auswahl des Schweißzusatzwerkstoffs den einschlägigen technischen und schweißtechnischen Anforderungen folgen und nicht einer allgemeinen Empfehlung aus dem Internet.
Schweißstäbe für Edelstahl
Die Auswahl des Schweißzusatzwerkstoffs für Edelstahl richtet sich in erster Linie nach der tatsächlichen Edelstahlsorte und nicht einfach nach dem Begriff „Edelstahl“.
Das aufgetragene Schweißgut muss auf die Verbindung und deren zukünftige Einsatzumgebung abgestimmt sein. Mehrere Faktoren können Ihre Wahl beeinflussen. Dazu gehören Korrosionsbelastung, Betriebstemperatur und mechanische Anforderungen. Es spielt auch eine Rolle, ob die Verbindung Edelstahl mit einem völlig anderen Werkstoff verbindet.
Ein weiteres Problem ist die Verunreinigung. Partikel aus Kohlenstoffstahl, die durch gemeinsam genutzte Schleifscheiben, Drahtbürsten oder Arbeitsflächen in den Werkstoff gelangen, können die Oberflächenqualität und die Korrosionsbeständigkeit beeinträchtigen.
Beim Schweißen von Edelstahl sollten Sie zunächst die Legierung bestimmen und einen für die jeweilige Kombination geeigneten Schweißzusatz verwenden. Bei kritischen Fertigungsaufgaben sollten Sie sich auf das zugelassene Verfahren und die Anweisungen des Herstellers der Schweißzusätze verlassen.
Schweißstäbe für Gusseisen
Reparaturen an Gusseisen erfordern besondere Vorsicht, da viele Gussteile rissanfällig sind.
Für Reparaturen an Gusseisen kommen üblicherweise spezielle nickelbasierte und Nickel-Eisen-Schweißzusätze in Betracht, doch die richtige Lösung hängt von der Gusseisensorte, der Fixierung des Bauteils, den Bearbeitungsanforderungen und dem Reparaturverfahren ab.
Auch die Wärmezufuhr spielt eine Rolle. Lange, heiße Schweißzüge können bei einigen Gussteilen starke thermische Spannungen erzeugen. Je nach Bauteil und Verfahren können eine kontrollierte Vorwärmung, kurze Schweißaufträge, eine Zwischenlagenkontrolle oder eine kontrollierte Abkühlung erforderlich sein.
Ist das Gussteil teuer, sicherheitsrelevant, stark eingespannt oder schwer zu ersetzen, sollte vor dem Schweißen eine fachliche Begutachtung erfolgen.
Schweißstäbe und Schweißzusätze für Aluminium
Bei Aluminium ist die Auswahl des Verfahrens oft sinnvoller, als sich zunächst die Frage zu stellen: „Welchen Stabelektroden sollte ich kaufen?“
Zwar sind flussmittelbeschichtete Aluminium-Stabelektroden erhältlich, doch neigen diese stärker zu Schweißfehlern wie Porosität und Schlackeneinschlüssen und werden im Allgemeinen nicht für das industrielle Serienschweißen empfohlen. WIG- oder MIG-Schweißen sollte normalerweise das bevorzugte Verfahren für Aluminiumlegierungen sein, während Aluminium-Stabelektroden besser auf einfache provisorische oder Notfallreparaturen beschränkt bleiben sollten. Die Auswahl des Schweißzusatzwerkstoffs muss weiterhin auf der Aluminiumlegierung und der Anwendung basieren.
Wichtige Faktoren sind:
- Bestimmung der Grundlegierung;
- Oxidation und Oberflächenvorbereitung;
- Materialstärke;
- Wärmekontrolle;
- Prozessfähigkeit;
- Kompatibilität der Schweißzusatzlegierung.
Bei WIG-Anwendungen können Anwender WIG-Schweißgeräte und geeignete WIG-Schweißstäbe vergleichen, anstatt davon auszugehen, dass eine umhüllte Stabelektrode automatisch die beste Wahl ist.

Schweißstäbe für unterschiedliche Metalle und unbekannte Legierungen
Das Verbinden unterschiedlicher Metalle ist komplexer als die Auswahl eines Schweißdrahts anhand der Bezeichnung eines einzigen Grundmetalls.
Eine Verbindung zwischen Edelstahl und Kohlenstoffstahl erfordert beispielsweise möglicherweise einen Schweißzusatz, der so ausgewählt wird, dass die Verdünnung kontrolliert und geeignete Eigenschaften des Schweißguts erhalten bleiben. Auch die Wärmeausdehnung, das Korrosionsverhalten und die Betriebstemperatur können eine Rolle spielen.
Unbekannte Legierungen bergen zusätzliche Risiken. Das Aussehen, Funkenprüfungen oder Magnetreaktionen können Ihnen zwar einige Hinweise geben. Sie sollten diese Schnelltests jedoch nicht als vollständige Materialidentifizierung für anspruchsvolle Arbeiten betrachten.
Manchmal bleibt die Legierung ein Rätsel. Die Verbindung kann zudem starken Belastungen ausgesetzt sein, hohen Temperaturen standhalten müssen oder sich an einer korrosiven Stelle befinden. In solchen Fällen sollten Sie vor dem Kauf des Schweißzusatzes stets technischen Rat einholen.
3. So stimmen Sie Stabdurchmesser, Stromstärke, Polarität und Schweißposition aufeinander ab
Sobald Sie das Metall und die Schweißzusatzstofffamilie kennen, steht die nächste Aufgabe an. Sie müssen sicherstellen, dass der Schweißzusatzstoff zur Schweißnaht passt und mit Ihrer Schweißstromquelle kompatibel ist.
Anpassung von Elektrodendurchmesser und Stromstärke an die Materialstärke
Der Elektrodendurchmesser beeinflusst den nutzbaren Strombereich. Er wirkt sich zudem auf die Wärmezufuhr, die Abschmelzleistung und die Kontrollierbarkeit des Lichtbogens bei dünnen oder dicken Werkstücken aus.
Ein größerer Stab ist nicht immer besser für dicken Stahl. Ebenso ist ein kleinerer Stab nicht immer die richtige Wahl für jedes dünne Werkstück. Auch die Nahtvorbereitung, die Schweißlage, die erforderliche Abschmelzmenge und die Gesamtzahl der Schweißgänge spielen eine Rolle.
Gehen Sie wie folgt vor:
- Bestimmen Sie das Grundmetall und den Elektrodentyp.
- Prüfen Sie die Werkstückdicke und die Fugengeometrie.
- Wählen Sie einen geeigneten Elektrodendurchmesser aus.
- Prüfen Sie den vom Hersteller des Schweißzusatzes empfohlenen Strombereich.
- Vergewissern Sie sich, dass das Schweißgerät in diesem Bereich problemlos betrieben werden kann.
- Führen Sie einen kontrollierten Probeschweißversuch durch, sofern es die Anwendung zulässt.
Ein nützliches praktisches Beispiel ist die 2,5-mm-Stahlektrode E6013. Die Bezeichnung gibt die Elektrodenfamilie an, während die Angabe „2,5 mm“ den Durchmesser beschreibt. Dies sind zwei getrennte Auswahlentscheidungen.
Überprüfen Sie die AC/DC-Kompatibilität, die Polarität, die Beschichtung und den Zustand der Elektrode
Die Polarität sollte niemals anhand des Stabdurchmessers erraten werden.
Manche Elektroden funktionieren problemlos mit mehr als einer Stromart. Andere erfordern sehr spezifische Einstellungen. Prüfen Sie, ob die Elektrode Wechselstrom (AC), Gleichstrom (DC) oder eine bestimmte Gleichstrompolarität benötigt. Vergleichen Sie diese Angaben anschließend mit den Eigenschaften Ihres MMA-Schweißgeräts.
Auch der Zustand der Elektrode beeinflusst die Leistung. Risse in der Beschichtung, unsachgemäße Lagerung oder Feuchtigkeitseinwirkung können zu einem instabilen Lichtbogenverhalten oder Schweißfehlern führen. Lagerungsvorschriften sind besonders wichtig für Verbrauchsmaterialien, deren Leistung von kontrollierten Feuchtigkeitswerten abhängt.
Wenn Sie sich bezüglich der richtigen Polarität unsicher sind, halten Sie sich an die Anweisungen des Elektrodenherstellers, anstatt nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ vorzugehen.
Passen Sie Schweißposition, Einbrandtiefe, Fugenart und Anwendungsanforderungen an
Eine Stabelektrode, die in der Flachlage gute Ergebnisse liefert, ist möglicherweise nicht die beste Wahl für das vertikale oder Überkopfschweißen.
Bei der Auswahl sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- flache, horizontale, vertikale oder Überkopf-Position;
- Kehl- oder Fugenverbindung;
- Anforderungen an die Wurzelschweißnaht;
- Eindringtiefe;
- Oberflächenvorbereitung;
- Fugenfixierung;
- Anzahl der Schweißgänge;
- Anforderungen an den Endzustand.
Bei dicken Profilen kann eine Fugenvorbereitung erforderlich sein, um eine ausreichende Durchschweißung zu erreichen. Die Oberflächen im Schweißbereich sollten zudem frei von Öl, Fett, losem Rost, Farbe, Zunder und anderen Verunreinigungen sein.
Bei tragenden oder regulierten Konstruktionen sollten die Anforderungen an Schweißposition und Durchschweißtiefe durch das zugelassene Verfahren und nicht nach Belieben festgelegt werden.
4. Auswahl von Schweißstäben in der Praxis: Drei praktische Szenarien

Die folgenden Beispiele sind typische Szenarien und keine Kundenfallstudien. Sie zeigen, wie sich die Auswahl je nach Aufgabe und Arbeitsumgebung ändert.
Szenario 1: Reparatur eines Tors oder Rahmens aus Weichstahl im Außenbereich
Aufgabe: Reparatur einer gerissenen Verbindung oder Anfertigung eines Ersatzteils aus gewöhnlichem Baustahl.
Umgebung: Arbeiten im Freien oder an beweglichen Objekten, möglicherweise mit Walzzunder, alter Farbe oder Oberflächenverunreinigungen.
Auswahlkriterien: Material bestätigen, die Fuge reinigen, MMA in Betracht ziehen, wenn der Schutzgasvorhang vor Wind nur schwer zu sichern ist, und anschließend Elektrodendurchmesser und Stromstärke an die Querschnittsdicke anpassen.
Häufiger Fehler: Über Farbe oder Rost schweißen und anschließend die Elektroden wechseln, obwohl das eigentliche Problem in der Oberflächenvorbereitung liegt.
Technische Unterstützung einholen, wenn das Bauteil tragend ist, die Stahlsorte unbekannt ist oder die Reparatur Teil einer regulierten Konstruktion ist.
Szenario 2: Reparatur eines rissigen Gusseisengehäuses
Aufgabe: Reparatur eines rissigen Maschinengehäuses oder eines älteren Gussteils.
Umfeld: Wartungsarbeiten, bei denen die genaue Gussqualität möglicherweise nicht ersichtlich ist.
Auswahlkriterien: Identifizieren Sie das Gussteil, soweit möglich, wählen Sie einen speziellen Schweißzusatzwerkstoff, kontrollieren Sie die Wärmezufuhr und prüfen Sie, ob der reparierte Bereich nachbearbeitet werden muss.
Häufiger Fehler: Gusseisen wie Weichstahl behandeln und eine lange, durchgehende Schweißnaht auftragen.
Ziehen Sie einen Schweißfachmann hinzu, wenn das Bauteil teuer, sicherheitsrelevant, stark eingespannt oder schwer zu ersetzen ist.
Szenario 3: Schweißen von dünnem Aluminium in einer Werkstatt
Aufgabe: Herstellung oder Reparatur von dünnem Aluminium.
Umgebung: Werkstatt in einem geschlossenen Raum mit kontrollierter Vorbereitung und Abschirmung.
Auswahlkriterien: Bestimmen Sie die Aluminiumlegierung, wählen Sie zuerst das Verfahren aus, wählen Sie einen kompatiblen WIG-Zusatzwerkstoff oder MIG-Draht, reinigen Sie die Oxidschicht ordnungsgemäß und kontrollieren Sie die Wärmezufuhr.
Häufiger Fehler: Nach einem „Aluminium-Schweißdraht“ suchen, bevor entschieden wurde, ob MMA, WIG oder MIG geeignet ist.
Bitten Sie um Unterstützung, wenn die Legierung unbekannt ist, zwei verschiedene Legierungen verbunden werden müssen oder Anforderungen an Verformung und Festigkeit entscheidend sind.
5. Häufige Fehler bei Schweißstäben, Fehlerbehebung und wann man technische Unterstützung in Anspruch nehmen sollte
Eine schlechte Schweißqualität bedeutet nicht automatisch, dass der Schweißstab falsch ist. Eine systematische Überprüfung deckt oft ein Problem bei der Einrichtung, der Vorbereitung oder der Technik auf.
| Symptom | Mögliche Ursachen | Zuerst prüfen |
| Die Elektrode klebt ständig fest | Strom zu niedrig, falsche Polarität, schlechte Zündtechnik, schlechte Verbindung zur Werkstückklemme | Stromeinstellung, Polarität, Klemmenkontakt, Zustand der Elektrode |
| Der Lichtbogen ist instabil | Falsche Polarität, beschädigte Beschichtung, Verunreinigungen | Anweisungen zur Elektrode, Zustand des Stabs, saubere Arbeitsfläche |
| Mangelnde Eindringtiefe | Strom zu niedrig, schlechte Nahtvorbereitung, falscher Vorschub | Strombereich, Fugenvorbereitung, Vorschubgeschwindigkeit |
| Übermäßige Spritzerbildung | Falsche Parameter, zu langer Lichtbogen, technische Probleme | Stromstärke, Lichtbogenlänge, Elektrodenwinkel |
| Schlackeneinschlüsse | Unzureichende Reinigung zwischen den Durchgängen, falscher Winkel, schlechte Nahtführung | Schlacke vollständig entfernen und Technik überprüfen |
| Porosität | Verunreinigungen, schlechter Zustand der Elektrode, ungeeignete Vorbereitung | Die Naht reinigen und die Verschleißteile überprüfen |
Eine praktische Checkliste zur Fehlerbehebung vor dem Wechsel der Schweißstäbe
Bevor Sie einen Elektrodentyp durch einen anderen ersetzen, überprüfen Sie der Reihe nach die Grundlagen:
- Überprüfen Sie das Grundmetall.
- Überprüfen Sie die Elektrodenklassifizierung.
- Überprüfen Sie den Elektrodendurchmesser.
- Überprüfen Sie den empfohlenen Strombereich.
- Prüfen Sie die Anforderungen hinsichtlich Wechselstrom/Gleichstrom und Polarität.
- Überprüfen Sie den Zustand und die Lagerung der Elektrode.
- Reinigen Sie das Werkstück und die Kontaktstelle der Werkstückspannvorrichtung.
- Überprüfen Sie die Lichtbogenlänge, den Elektrodenwinkel und die Vorschubgeschwindigkeit.
- Überprüfen Sie die Nahtvorbereitung und die Schlackeentfernung.
- Überprüfen Sie, ob das MMA-Schweißen das am besten geeignete Schweißverfahren ist.
Ebenso viel Aufmerksamkeit sollte der Sicherheit des Bedieners gewidmet werden. Beim Schweißen kann der Bediener elektrischem Kontakt, Strahlung des Lichtbogens, heißem Metall, Funken und Schweißrauch ausgesetzt sein. Es sollte geeignete PSA getragen werden, und der Arbeitsbereich sollte frei von brennbaren Materialien gehalten werden. Je nach Anwendung sollte für eine wirksame Belüftung oder Rauchabsaugung gesorgt werden.
Wenn Sie das Material und das Schweißverfahren kennen, besteht der nächste Schritt darin, die geeigneten Schweißelektroden, WIG-Schweißstäbe, MIG/MAG-Schweißdraht sowie kompatibles Schweißzubehör und Schutzausrüstung zu vergleichen. Prüfen Sie vor der Bestellung das erforderliche Verfahren, den Strombereich, die Polarität, die Fülldrahtstärke und das Zubehör.

Sollten Sie sich noch unsicher sein, wenden Sie sich bitte an den Kundensupport von VECTOR WELDING. Unser Team in Deutschland hilft Ihnen gerne dabei, das geeignete Verfahren, die Verbrauchsmaterialkategorie und die Schweißausrüstung entsprechend Ihrer Anwendung einzugrenzen. Bevor Sie uns kontaktieren, halten Sie bitte die Grundwerkstoffsorte (sofern bekannt), die Materialstärke, die Fugenart, die Schweißlage, das derzeit verwendete Gerät oder Verfahren sowie die Information bereit, ob die Schweißnaht tragend ist oder besonderen Anforderungen unterliegt. VECTOR WELDING hat seinen Hauptsitz in Köln, wo Kunden auch eine Beratung oder eine Probeschweißung im Showroom vereinbaren können.
6. FAQ: Schweißstäbe für verschiedene Metalle
F: Was ist ein Schweißdraht?
A: Der Begriff kann sich auf eine Verbrauchselektrode oder, im weiteren Sinne, auf einen WIG-Schweißdraht beziehen. Der erste Schritt besteht darin, das Schweißverfahren zu bestimmen, da MMA, WIG und MIG/MAG das Schweißzusatzmaterial unterschiedlich verwenden.
F: Sind Schweißstäbe und Schweißelektroden dasselbe?
A: Beim MMA- oder Stabelektrodenschweißen werden die Begriffe oft synonym verwendet. Beim WIG-Schweißen hingegen ist die Wolframelektrode vom Schweißzusatzmaterial getrennt.
F: Welchen Schweißdraht sollte ich für Baustahl verwenden?
A: Üblicherweise werden umhüllte Kohlenstoffstahl-Elektroden verwendet, doch die richtige Wahl hängt von der Stahlsorte, der Dicke, der Schweißlage, dem Oberflächenzustand, der Einbringtiefe und den Anforderungen an die Verbindung ab.
F: Was ist der Unterschied zwischen den Schweißstäben E6013 und E7018?
A: E6013 ist eine rutilebeschichtete Schweißelektrode, die einfach zu handhaben ist und sich im Allgemeinen für allgemeine, nicht tragende Arbeiten an Weichstahl eignet. E7018 ist eine wasserstoffarme Schweißelektrode mit geringerer Kälteanfälligkeit und wird üblicherweise für tragende Bauteile verwendet. Die beiden unterscheiden sich hinsichtlich Festigkeitsklasse, Beschichtungsart und Eigenschaften des diffusionsfähigen Wasserstoffs; daher sollten sie nicht einfach deshalb ausgetauscht werden, weil eine von ihnen eine höhere Festigkeit des Schweißguts bietet. Beim verfahrensgesteuerten Schweißen muss jeder Wechsel des Schweißzusatzes gemäß der qualifizierten Schweißanweisung (WPS) erfolgen.
F: Welchen Schweißstab sollte ich für Edelstahl verwenden?
A: Wählen Sie den Schweißzusatz entsprechend der Edelstahlsorte, der Korrosionsumgebung, der Betriebstemperatur und danach, ob Sie Edelstahl mit Edelstahl oder mit einem anderen Metall verbinden.
F: Kann ich Edelstahl mit Baustahl verschweißen?
A: Ja, viele solcher Verbindungen lassen sich schweißen, doch bei der Auswahl des Schweißzusatzes müssen beide Werkstoffe, die Verdünnung, das Korrosionsverhalten und die Betriebsanforderungen berücksichtigt werden.
F: Welche Art von Schweißdraht wird für Gusseisen verwendet?
A: Oft kommen spezielle Elektrodenfamilien auf Nickelbasis oder Nickel-Eisen-Basis in Betracht. Die richtige Wahl hängt von der Gussart, der Reparaturausführung, der Wärmeabfuhrstrategie und den Anforderungen an die Weiterbearbeitung ab.
F: Kann Aluminium mit einem Stabelektrodenstab geschweißt werden?
A: Es sind flussmittelbeschichtete Aluminium-Stabelektroden erhältlich, diese neigen jedoch relativ stark zu Fehlern wie Porosität und Schlackeneinschlüssen und werden im Allgemeinen nicht für das Schweißen in der industriellen Fertigung empfohlen. Für Aluminiumlegierungen werden normalerweise WIG- oder MIG-Verfahren bevorzugt. Stabelektroden sollten besser auf einfache provisorische oder Notfallreparaturen beschränkt werden, wobei das endgültige Verfahren und der Schweißzusatz entsprechend der Legierung, der Dicke, der Verbindungsausführung und der verfügbaren Ausrüstung ausgewählt werden.
F: Wie wähle ich den Durchmesser des Schweißstabs aus?
A: Berücksichtigen Sie die Materialdicke, die Geometrie der Verbindung, die Schweißlage, die Anforderungen an den Schmelzauftrag und den vom Hersteller empfohlenen Strombereich. Wählen Sie den Durchmesser nicht allein anhand der Blechdicke aus.
F: Spielt die Polarität des Schweißstabs eine Rolle?
A: Ja. Einige Elektroden haben spezifische Anforderungen an die Wechselstrom- (AC) oder Gleichstrompolarität (DC). Überprüfen Sie stets die Anweisungen zum Verbrauchsmaterial und vergewissern Sie sich, dass Ihr Schweißgerät die erforderliche Ausgangsleistung unterstützt.
F: Warum klebt mein Schweißstab ständig fest?
A: Häufige Ursachen sind unzureichende Stromstärke, falsche Polarität, eine schlechte Zündtechnik, ein schwacher Kontakt der Werkstückklemme oder ein schlechter Zustand der Elektrode. Überprüfen Sie die Stromeinstellung, die Polarität, die elektrischen Anschlüsse und den Zustand der Elektrode, bevor Sie einfach die Stromstärke erhöhen.
F: Was verursacht Porosität oder Schlackeneinschlüsse bei Stabelektrodenschweißnähten?
A: Verunreinigtes Material, beschädigte oder unsachgemäß gelagerte Elektroden, eine falsche Technik sowie unvollständige Schlackeentfernung zwischen den Schweißgängen können dazu beitragen.
F: Müssen Schweißstäbe besonders gelagert werden?
A: Die Lagerungsanforderungen hängen vom Elektrodentyp ab. Einige Beschichtungen reagieren empfindlicher auf Feuchtigkeit als andere; befolgen Sie daher die Lagerungs- und Handhabungsanweisungen des Herstellers der Schweißzusätze.
F: Welche Ausrüstung und welches Sicherheitszubehör benötige ich für das Stabelektrodenschweißen?
A: Zu den typischen Anforderungen gehören eine geeignete MMA-Stromquelle, ein Elektrodenhalter, ein Rückleitungskabel, geeignete PSA, Werkzeuge zur Schlackeentfernung sowie eine wirksame Schweißrauchabsaugung für die Arbeitsumgebung.
F: Welche Informationen sollte ich angeben, wenn ich einen Lieferanten frage, welchen Schweißstab oder welches Schweißgerät ich benötige?
A: Geben Sie das Grundmetall und die Güteklasse an, sofern bekannt, sowie die Materialstärke, die Art der Verbindung, die Schweißlage, das bevorzugte Verfahren, das vorhandene Schweißgerät, den verfügbaren Strom oder die Polarität und ob die Schweißnaht strukturelle oder spezielle Betriebsanforderungen erfüllt.



